Sardinien Das abwechslungsreiche Tauchparadies

Glasklares Wasser, von hellem Sand umgebene, türkisfarbene Lagunen, einsame Felsenbuchten mit Ministränden – die Rede ist tatsächlich von Sardinien, der zweitgrößten Mittelmeerinsel, und nicht etwa den Seychellen oder weit entferntern Eilanden in der Südsee. Und dann gibt es noch die sardische Küche – die beste der Welt, sagen die Sarden. Und ein wahrer Kern steckt ja immer in solchen Behauptungen... Zwar heißt die Insel offiziell Sardegna, aber die Sarden nennen sie gerne beim Namen ihrer eigenen Sprache: Sardinia. Sardisch ist eine eigenständige, altromanische Sprache (und nicht nur ein Dialekt) und wird von rund 80 Prozent der Inselbevölkerung – also etwa 1,3 Millionen – beherrscht. Man sieht sich gern unabhängig, verfolgt die Sache dabei aber bei weitem nicht so rabiat wie lange Zeit die korsischen Nachbarn.

Anreise mit der Fähre

Zahlreiche Fährverbindungen von Genua, Livorno, Piombino, Civitavecchia, Neapel nach: Olbia im Nordosten und Porto Torres im Nordwesten, Arbatax an der Ostküste und Cagliari an der Südküste. Von Palau an der Costa Smeralda gibt es Fährverbindungen zu kleineren, vorgelagerten Inseln wie La Maddalena und von Porto Vesme im Südwesten nach Carloforte und Isola di San Pietro. Fähren von Korsika (Bonifacio) nach Santa Teresa (ganz im Norden) und von Sizilien (Palermo, Trapani) nach Cagliari Eine stets aktuelle Übersicht mit direkten Links zu den Fährgesellschaften und ihren aktuellen Verbindungen: www.sardinien.com

Anreise mit dem Flugzeug

Heute gibt es von vielen Flughäfen in Deutschland, Österreich und der Schweiz günstige Flüge (auch unter 100.- €) auf die Insel. Tuifly und Air Berlin – nach Olbi und Cagliari – haben zudem ein Angebot für den Transport von Tauchgepäck. Aktuelle Hinweise zu Flugverbindungen auf www.sardinien.com

Sehenswertes Sardinien, nicht nur für Taucher

Zwar wäre es verfehlt, Sardinien heute noch als Geheimtipp zu bezeichnen. Wer die Costa Smeralda – sie gilt als schönster Küstenabschnitt – in der Nähe des Nobel-Yachthafens Porto Cervo gesehen hat, weiß sofort, was gemeint ist. Die nördlichen Regionen sind aber nicht nur traditionell gut besuchte Urlaubsregionen, sondern es gibt auch viel zu sehen.

Da ist Alghero im Westen mit der katalanisch geprägten Altstadt (hier wird noch ein katalanischer Dialekt gepflegt) und seinen Höhlen rund um das Capo Caccio. Die Halbinsel Capo Testa mit dem römischen Steinbruch und seinen versteckten Buchten liegt gegenüber den Kreidefelsen von Korsika. Porto Cervo sollte man trotz des Trubels und der gepfefferten Preise in den Cafés und Restaurants gesehen haben. Im Maddalena-Archipel nördlich von Olbia liegt die Insel Tavolara, als (ehemaliges) "kleinstes Königreich der Welt" ein Unikum und die Insel Caprera mit dem Grab des italienischen Nationalhelden Guiseppe Garibaldi.

Abseits solcher Touristenmagnete ist Sardiniens Norden immer noch ursprünglich und es gibt auch dort noch wenig frequentierte Tauchregionen.

An archäologischen Relikten gibt es die Hinterlassenschaften der Nuraghen, Römer und vieler anderer Bewohner und Eroberer. Beeindruckend ist das 1834 Meter hohe Gennargentu-Gebirge. Wer im Winter kommt, kann dort Skilaufen. Ein besonderes Naturschauspiel ist sicher auch die 10 km lange Grotta die Ispinigoli an der Ostküste. Ihre bis zu 38 Meter hohen Stalaktiten zählen zu den größten in Europa.

An der Südküste gibt es nicht nur die Großstadt Cagliari – der Süden ist bekannt für seine Naturschönheiten, wie etwa die wacholderbewachsenen Sanddünen von Chia. Historisch interessant ist Nora bei Pula. Im Amphitheater der römischen Siedlung direkt am Meer wird im Sommer ein Musikfestival veranstaltet. Nicht zuletzt lohnt ein Besuch in Villasimius mit seiner Fortezza Vecchia (alte Festung) aus dem 17. Jahrhundert. In der Nähe gibt es Ausgrabungen aus phönizischen und römischen Zeiten. Weitere Ausflugstipps gibt es im Internet, zum Beispiel auf www.sardinien-reiseinfo.net

Meeresschutz auf Sardinien

Das Vorurteil gegenüber Italien bezüglich der sinnlosen Ausbeutung des Meeres einschließlich der Unterwasserjagd mit Harpunen ist grundsätzlich überholt. Das zeigt auch der Südosten Sardiniens. Das Meeresschutzgebiet dort wurde im Jahr 1998 eingerichtet. Meeresschutzgebiete sind in drei Bereiche eingeteilt.

In den Zonen A darf weder mit Booten gefahren noch gebadet oder getaucht, geschweige denn gefischt werden. In Zonen mit der Kennzeichnung B dürfen motorisierte Boote gar nicht fahren, andere nur an ausgewiesenen Stellen ankern. Die Unterwasserjagd ist ebenfalls verboten, wie auch in den C-Zonen. Dieser Bereich darf befahren werden, jedoch ist das Ankern im freien Wasser verboten. Marine und/oder Polizei kontrollieren mit schnellen Booten die Einhaltung der Vorschriften.

Die besten Tauchreviere auf Sardinien

Cala Gonone

Am Golf vom Orosei gab es die letzte große Kolonie von Mönchsrobben (Monachus monachus) im Mittelmeer. Noch heute bekommt man ab und zu eines der Tiere zu sehen: sie lieben felsige, von Grotten durchzogene Küstenlandschaften und finden sie auch in der Gegend von Cala Gonone. Die große Meeresgrotte „Bue Marino“ in der Nähe des Städtchens verdankt ihren Namen der italienischen Bezeichnung für die Tiere und kann per Boot besucht werden. Cala Gonone selbst ist als Badeort bekannt und von hellsandigen Stränden umgeben.

In unmittelbarer Nähe von Cala Gonone liegen ungefähr ein Dutzend Tauchplätze, darunter drei Wracks. Das als "KT 12" bekannte, im Juni 1943 knapp 4 Kilometer nördlich von Cala Gonone versenkte, 88 Meter lange deutsche Kriegsschiff ist trotz der aufrechten Position am Meeresgrund und des guten Erhaltungszustandes kein Anfängertauchplatz. Mit seiner Mindesttiefe von 23 Metern – die Maximaltiefe beträgt 34 Meter – ist mindestens eine AOWD-Qualifikation nötig. Mit 30 bis 34 Metern noch etwas tiefer liegen die Reste der italienischen „Nasello“ in der Bucht Cala Luna. Der Frachter wurde von einem britischen Torpedo getroffen und ruht auf der Backbordseite. Einfacher zu betauchen, aber bei weitem nicht so attraktiv, sind die Reste des als "Levantino" bekannten Kahns in zwölf bis 15 Metern Tiefe. Dieser Küstenabschnitt hat neben den Wrack-und Rifftauchplätzen auch zahlreiche betauchbare Höhlen zu bieten. In den meisten kann man auftauchen, so etwa in der Orgel-Grotte, die nach den massiven Stalaktiten ihres luftgefüllten Saales so genannt wurde, oder der Austerngrotte, die ebenfalls Säle zum Auftauchen hat. Mit dem Platz namens La Galleria gibt es eine Höhle im kaum 13 Meter tiefen Flachwasser. Dort können sogar weniger erfahrene Taucher erste (und einfache) Höhlenerfahrungen machen und die Gesteinsformationen in luftiger Umgebung begutachten.

Eine Tauchbasis in Cala Gonone mit deutschsprachiger Webseite ist Argonauta. In Orosei hat der Unterwasserfotograf Paolo Fossati eine Tauchbasis.

Secca di Osalla

Lage: nördlich von Cala Gonone vor dem Strand von Osalla

Tiefe:16 bis 25 Meter

Strömung: mäßig

Schwierigkeit: für Taucher mit etwas Erfahrung

Das ausgedehnte Riff besteht aus Basaltgestein und großen Granitblöcken, zwischen denen sich an vielen Stellen Seegraswiesen gebildet haben. Der Tauchplatz gilt als traumhaftes Biotop, in dem sich unter Wolken von Mönchsfischen Muränen und Meeraale in die Felsspalten zurückgezogen haben. Offener zeigen sich Zackenbarsche, Doraden, Meerbarben, kleine Lippfische oder Gelbstriemen (Boops boops). Auch das Tauchen über die Posidonienwiesen lohnt: Dort wachsen Große Steckmuscheln (Pinna nobilis). Mit sehr viel Glück trifft man auf Seepferdchen, während die Barrakudas des Öfteren in einer kleinen Schwarmformation erscheinen.

Villasimius

Mit nicht einmal 3500 Einwohnern läuft Villasimius als verschlafenes Nest bezeichnet zu werden – wenn auch als eines mit Traumstränden in der Nähe. In dem ehemaligen Fischerdörfchen ist die Zeit aber nicht stehen geblieben. Dass es in den warmen Monaten lebhaft zugeht, dafür sorgen schon die Feriengäste, und der Yachthafen mit Platz für 740 Boote ist als heimliches Zentrum von Villasimius auch nicht "von gestern".

Hauptanziehungspunkt für die meisten Urlauber sind allerdings tatsächlich die hellen, wie am Spiaggia di Porto Giunco fast weißen Sandstrände. Strände so weit das Auge reicht und an denen es selbst in der Hochsaison immer irgendwo ein Fleckchen gibt, an dem man ungestört ist. Wem der Sommer zu heiß ist, sollte im Februar zur Mandelbaumblüte herkommen. Kurz danach und noch bis Mai überzieht der sich im Wind wiegende Mohn viele Felder mit sanften, roten Wellen.

Insgesamt werden in dem Gebiet zwischen dem Capo Boi westlich des Capo Carbonara und bis zur Insel Serpentara nordöstlich von Villasimius ungefähr zwei Dutzend Tauchplätze angefahren.

Als das Riff mit dem schönsten Bestand an Roten Gorgonien gilt das Secca di Mezzo vor der Insel Cavoli. Am tiefen Secca di Libecco haben große Gesteinsblöcke und Felsformationen einen abwechslungsreichen Parcours gebildet, bei dem man Zackenbarschen und Muränen begegnet und manchmal Langusten und Conger beobachten kann. Einen reichen Fischbestand gibt es auch am Secca di Santa Caterina: Bernsteinmakrelen, große Brassen sowie Zackenbarsche zählen dazu. In der Felsenlandschaft sind vor allem verschiedene Schwammarten gewachsen und es gibt Posidonienwiesen im Sandgrund. Um das Capo Carbonara liegen alte Wracks und Anker aus allen Jahrhunderten. Besonders bemerkenswert: An einigen der Tauchplätze gibt es sogar Drückerfische (Pesce balestra) – an sich Bewohner der Tropen, die offenbar hierher eingewandert sind.

Die Tauchspots auf Sardinien als eBook

Highlights der Tauchreviere auf Sardinien und alle relevanten Informationen für Taucher

Tauchreiseführer Italienische Inseln - Sardinien

EPUB
Frank Schneider, Leda Monza, Martino Motti

2,99 €

inkl. MwSt.

Aktuelle Themen

Tauchen in Sizilien

Entdecken Sie "die Familienfreundliche"

Tauchen in Elba

Entdecken Sie "die Ursprüngliche"

Tauchen in Sardinien

Entdecken Sie "die Abwechslungsreiche"

Tauchen in Italien

Die besten Tauchspots am Mittelmeer

Unterwasserfotografie - heute und morgen

Welche Kamera nutzt man am besten für tolle Unterwasseraufnahmen?

Das bedeutendste Ökosystem der Welt

In unserem ureigensten Interesse müssen wir die Zerstörung und den CO2-Ausstoss...

Naturschutz beim Tauchen beachten

Wie Naturschutz und tauchen Hand in Hand gehen können erklären drei Buchautoren im...

Tauchen im Atlantik

Tauchen im Atlantik: viel Fisch, super Sichtweiten und ganzjährig moderate...

Zypern - das Entdecken der Zenobia

Durch die kaum vorhandenen Strömungen und die hohe Wassertemperatur von bis zu 28...

Indonesien - Land der 1000 Inseln

Seine geographische Lage ist grund für die farbenfrohe Flora und Fauna über als auch...

So entstand das Rote Meer

Mehrmals in seiner Geschichte trocknete das Rote Meer aus. Doch wie ist das Rote Meer...

Wale beobachten in Island

Island ist ein Paradies für diese faszinierende Beobachtung von Walen und Delphinen.

Das Taucherfoto des Monat

Jeden Monat küren wir bei tauchreisefuehrer.de das Taucher-Foto des Monats

Tauchausrüstung, die ihr Leben rettet

Bei den vielen Tauch-Utensilien gibt es einige, die Ihr Leben retten könnten.

Wie mache ich einen Tauchschein?

Es gibt verschiedene Tauchscheine, doch welcher ist der Richtige?

Weitere interessante Ziele zum Abtauchen

Tauchreiseführer Dalmatien

Barbara Pölzer

Kroatien

7,99 €*
inkl. MwSt
zzgl. Versand

Tauchreiseführer Istrien und Kvarner...

Barbara Pölzer

Kroatien

7,99 €*
inkl. MwSt
zzgl. Versand

Tauchreiseführer Deutschland Teil 1

Alena Steinbach , Dietmar Steinbach

Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen

7,99 €*
inkl. MwSt
zzgl. Versand

Tauchreiseführer Deutschland Teil 2

Alena Steinbach , Dietmar Steinbach

Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Berlin, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen,...

7,99 €*
inkl. MwSt
zzgl. Versand